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Titel
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Bauwelt 2022.18 Past forward
Technische Angaben
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64 S., 29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
ZusatzInfos
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Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Im Juni letzten Jahres, Auslandsreisen waren nach monatelangen, coronabedingten Beschränkungen gerade wieder möglich, habe ich mir in Italien das Trainingszentrum des US Sassuolo angesehen, ein langgestreckter, abgetreppter Riegel aus dunklem Backstein, samtigem Beton und warmem Eichenholz, entworfen vom Mailänder Büro Onsitestudio (Bauwelt 14.2021). Tags zuvor hatte ich Architekt Giancarlo Floridi in seinem Mailänder Büro getroffen, der mir die Entwurfsgeschichte erzählte. Es war ein Eintauchen in historische Analogien und Bildwelten, die mir schnell deutlich machte, dass er und sein Büropartner Angelo Lunati beim Planen aus dem Vollen schöpfen: aus den Anforderungen des Programms und den Besonderheiten des Orts, aus der Baugeschichte und aus der Typologie, aber auch aus der Literaturgeschichte und aus der der Fotografie. Als Reiselektüre hatte ich „Ideas of Ambiente“ eingepackt, ein handliches Paperback, in dem Lunati die Antriebskräfte der modernen Großstadtarchitektur Mailands anschaulich herausarbeitet (ebenfalls Bauwelt 14.2021). Was das mit diesem Heft zu tun hat? Im Herbst letzten Jahres schlug Floridi mir eine Serie von Beiträgen über europäische Bauten der Nachkriegsmoderne vor, die seiner Ansicht nach bislang zu wenig Berücksichtigung im Kanon der Architekturgeschichte gefunden haben, zu Unrecht aus seiner Sicht, da sie ebenso originelle wie ungebrochen aktuelle Antworten auf Fragen von Entwurf und Planung bereit hielten. Die Idee, diese Serie in einem Thementeil zusammenzufassen, lag da nicht fern: alles Weitere ab Seite 18.
Sakral und Säkular
Wenn wir kirchliche Projekte in Sachsen vorstellen, könnte das bedeuten, sich in die Nesseln zu setzen. Kirche ist heikel und Sachsen ist heikel, schaut man auf die Nachrichtenlage. Gleichzeitig war Kirche in Sachsen während der DDR-Zeit auch ein Zufluchtort für Regimekritiker. Ein Hauch dieser Atmosphäre scheint noch in der kleinen Kirche am Leipziger Stadtrand zu hängen, in Zuckelhausen. Jüngst haben die Architekten Irlenbusch von Hantelmann sie erweitert.
Gebaut wird in der Kombination Sachsen und Kirche derzeit fleißig, und dabei recht anspruchsvoll. Das beweisen nicht zuletzt acht im diesjährigen Wettbewerb um den Sächsischen Staatspreis für Baukultur nominierte Projekte zum Thema. Neben der neuen Sakristei in Zuckelhausen zeigen wir zwei dieser Nominierungen: Den Umbau vom Haus der Kathedrale in Dresden durch Alexander Poetzsch Architekten und den Wiederaufbau der Kirche in Canitz bei Riesa von Peter Zirkel Architekten – letztere wurde im Verfahren mit einer Anerkennung gewürdigt.
Text von der Webseite
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