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Titel
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Bauwelt 2023.15 Moderne Moderne
Technische Angaben
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64 S., 29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
ZusatzInfos
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Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Moderne Architektur, hieß es lange, war in Deutschland zwischen 1933 und ’45 passé – ihre Vertreter waren geflohen oder bliesen Trübsal in der inneren Emigration –, und erst nach 1948 konnte das Feuer des Fortschritts erneut auflodern, zurückgetragen aus der freien Welt. Längst wird dieses Bild sehr viel differenzierter gezeichnet, doch ist es wohl richtig, dass sich in anderen Ländern besser studieren lässt, wie sich die moderne Architektur in den dreißiger und vierziger Jahren weiterentwickelte – und wie sich ihre Leistungen für die Gegenwart aneignen lassen: in Skandinavien etwa oder in der Schweiz, in Großbritannien und in Benelux. Zwei niederländische Großbauten der damaligen Zeit, das Bahnpostamt in Den Haag und das Philips-Apparatelager in Eindhoven, wurden nun umgenutzt, von Kees Christiaanse und seinem Büro das eine, von Caruso St John und ihrem Team das andere, und die beiden Gebäude zeigen zwei unterschiedliche Herangehensweisen: Während die Rotterdamer das denkmalgeschützte Äußere sorgfältig instand gesetzt, im Inneren aber räumlich beherzt eingegriffen haben, realisierten die Londoner eine Aufstockung für Wohnungen, die sich im Altbau nicht hätten unterbringen lassen, was es nötig machte, die Architektur angemessen weiterzubauen. In Prag schließlich wurde ein rationalistischer Großbau aus den frühen dreißiger Jahren transformiert, der den Blick auf die Modernisierung der klassischen Moderne im ersten Thementeil abschließt.
Text von der Webseite
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Titel
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Bauwelt 2021.8 P(r)unk An den Grenzen des guten Geschmacks
Technische Angaben
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29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
ZusatzInfos
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Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Darf’s ein bisschen mehr sein?
Ziehen wir mal etwas an den Haaren herbei, an langen, wilden, mit viel Haarspray gehaltenen Haaren in orange-rot: An den Haaren von Vivienne Westwood. She’s The Queen of P(r)unk. In diesem Sinne ist, was sich in diesem Heft versammelt, pompös as hell oder schert sich nicht die Bohne darum, ästhetischen Konventionen zu genügen. In beiden Extremen jedoch gute Architektur – finden wir. Zwar wird es nicht ganz so schrill wie die Entwürfe der Modequeen. Immerhin aber fanden wir eine Dragqueen als Quarterback, und ihr Macher lieferte denn auch einen Slogan mit: „Wir wollen mehr Spaß. Design ist nichts Intellektuelles.“ Schlagen Sie jetzt nicht den Deckel zu und die Hände über dem Kopf zusammen! Wir haben auch Feingeister bedacht, denn Prunk und Punk verstecken sich bisweilen raffiniert. Könnten gar auf Sockel verfrachtete Architekten wie Aldo Rossi im Herzen etwas sehr Anarchisches getragen haben ?
Ein bisschen Prunk kann nicht schaden, dachten wir, als das Heft fertig war. Warum aber behauptet so selten ein Architekturbüro, es hätte ein schönes Haus gebaut? Lieber umschreibt es sein Werk als kontextual, extrovertiert, reduziert. Wer sich dagegen für Zierde begeistert, landet schnell im Töpfchen „reaktionär“. Dabei ist Zierrat nun einmal in der Welt. Und es lohnt, damit umzugehen. Das zeigen Umbauten in Amsterdam und Andalusien. Vom kühlen Glanz bis zum üppigen Pomp: Es braucht Mut, sich an die Grenzen des guten Geschmacks zu wagen.
Vom Prunk zur Stadt
Zentrale Plätze und Straßen haben sich in Jahrhunderten zu einer Ausstellung des Repräsentationswillens von Kirche, Adel und Bürgertum entwickelt. In Deutschland ging vieles davon im Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs unter. Lübeck war 1942 ein frühes Ziel für ein Flächenbombardement, Berlin blieb es, bis im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Stadt vom Nationalsozialismus befreite, und verlor einen weiteren Großteil seiner Substanz durch die Teilung; in Ingolstadt wurde noch wenige Wochen vor der Kapitulation der Süden der Altstadt zerstört. Bis heute prägen Brachen, Lücken, Provisorien die inneren Bereiche dieser Städte. An der Trave ist seit sechs Jahren ein neues Altstadtquartier im Entstehen, das einen anderen Weg einschlägt als die Rekonstruktionsvorhaben in Dresden, Potsdam und Frankfurt am Main: Im Lübecker Gründungsviertel soll mit zeitgenössischer Architektur der Wiederaufbau der fünfziger Jahre altstadtgemäß korrigiert werden. Gut die Hälfte ist inzwischen fertig: Anlass für eine Zwischenbilanz. Dazu zwei Baulückenschließungen in Berlin und Ingolstadt: ohne Prunk, aber mit Sorgfalt.
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Titel
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Bauwelt 2022.18 Past forward
Technische Angaben
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64 S., 29,7x23,5 cm, ISBN/ISSN 0005-6855
Broschur, Offsetdruck
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Die Bauwelt ist eine 14-täglich in der Bauverlag BV GmbH (Gütersloh) erscheinende deutsche Architektur-Zeitschrift. Das jeweils letzte Heft eines Quartals erscheint als Stadtbauwelt und widmet sich aktuellen städtebaulichen Fragestellungen. Die Bauwelt existiert seit 1910 und hat ihren Sitz in Berlin. Sie erschien 2009 in einer Druckauflage von ca. 12.000 Exemplaren und verfügt über den größten Stellenmarktteil aller deutschsprachigen Architekturzeitschriften.
Im Juni letzten Jahres, Auslandsreisen waren nach monatelangen, coronabedingten Beschränkungen gerade wieder möglich, habe ich mir in Italien das Trainingszentrum des US Sassuolo angesehen, ein langgestreckter, abgetreppter Riegel aus dunklem Backstein, samtigem Beton und warmem Eichenholz, entworfen vom Mailänder Büro Onsitestudio (Bauwelt 14.2021). Tags zuvor hatte ich Architekt Giancarlo Floridi in seinem Mailänder Büro getroffen, der mir die Entwurfsgeschichte erzählte. Es war ein Eintauchen in historische Analogien und Bildwelten, die mir schnell deutlich machte, dass er und sein Büropartner Angelo Lunati beim Planen aus dem Vollen schöpfen: aus den Anforderungen des Programms und den Besonderheiten des Orts, aus der Baugeschichte und aus der Typologie, aber auch aus der Literaturgeschichte und aus der der Fotografie. Als Reiselektüre hatte ich „Ideas of Ambiente“ eingepackt, ein handliches Paperback, in dem Lunati die Antriebskräfte der modernen Großstadtarchitektur Mailands anschaulich herausarbeitet (ebenfalls Bauwelt 14.2021). Was das mit diesem Heft zu tun hat? Im Herbst letzten Jahres schlug Floridi mir eine Serie von Beiträgen über europäische Bauten der Nachkriegsmoderne vor, die seiner Ansicht nach bislang zu wenig Berücksichtigung im Kanon der Architekturgeschichte gefunden haben, zu Unrecht aus seiner Sicht, da sie ebenso originelle wie ungebrochen aktuelle Antworten auf Fragen von Entwurf und Planung bereit hielten. Die Idee, diese Serie in einem Thementeil zusammenzufassen, lag da nicht fern: alles Weitere ab Seite 18.
Sakral und Säkular
Wenn wir kirchliche Projekte in Sachsen vorstellen, könnte das bedeuten, sich in die Nesseln zu setzen. Kirche ist heikel und Sachsen ist heikel, schaut man auf die Nachrichtenlage. Gleichzeitig war Kirche in Sachsen während der DDR-Zeit auch ein Zufluchtort für Regimekritiker. Ein Hauch dieser Atmosphäre scheint noch in der kleinen Kirche am Leipziger Stadtrand zu hängen, in Zuckelhausen. Jüngst haben die Architekten Irlenbusch von Hantelmann sie erweitert.
Gebaut wird in der Kombination Sachsen und Kirche derzeit fleißig, und dabei recht anspruchsvoll. Das beweisen nicht zuletzt acht im diesjährigen Wettbewerb um den Sächsischen Staatspreis für Baukultur nominierte Projekte zum Thema. Neben der neuen Sakristei in Zuckelhausen zeigen wir zwei dieser Nominierungen: Den Umbau vom Haus der Kathedrale in Dresden durch Alexander Poetzsch Architekten und den Wiederaufbau der Kirche in Canitz bei Riesa von Peter Zirkel Architekten – letztere wurde im Verfahren mit einer Anerkennung gewürdigt.
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